Paroi du Ponteil (1.788 m) SO-Wand

»F.O.M.E.C.« VII (eKN VII–)»Rôle en dalles« VIII– (eKN VII+) »Les Diables« VI+ (eKN VI+) »Freeday« VIII– (eKN VII+) »La Martine« VII (eKN VII–) »Surplomb Jaune« VI+ (eKN VI+)»La Rampe« VII– (eKN VI+)

Um es vorwegzunehmen: Die »F.O.M.E.C.« ist nichts
für zarte Gemüter! Es dominiert steile, teils ausgesetzte
athletische Kletterei, mal an Riesenauflegern,
mal auf feinstem Tropflochfels. Beim Blick nach unten
allerdings, zu einem der auf halb acht hängenden Riesenblöcke
in der ersten Seillänge, kommt schon mal
die Fantasie in Gang. Danach ist der Fels jedoch von
hervorragender Qualität, und wo er das nicht freiwillig
war, hat »Mr. Bricolage« alles, was abhauen könnte,
angeschraubt und festzementiert. Was für eine Arbeit!
Nur, damit wir hier einen tollen Klettertag verbringen
können! Bei der Bewertung waren wir uns nicht so
ganz einig und konnten auch dem Erstbegeher nicht
immer zustimmen. Die Schwierigkeiten bewegen sich
jedenfalls meist zwischen VI+ und VII– und sind dabei
oft an der Grenze des jeweiligen Grades. Damit die
Tour richtig Spaß bereitet, sollte man diesen Grad gut
klettern können, auch wenn ein Hochnullen jederzeit
möglich wäre.
Der Routenname »Rôle en dalles« ist etwas ironisch zu
interpretieren, denn allzu plattig ist die Tour nicht, und
normalerweise bewegen sich Sportkletterer eher im
noch steileren Terrain. Dennoch ist auch hier die Wand
mindestens senkrecht, der Fels griffig, und einige Stellen
fordern zum Nachdenken auf, wie sie denn gelöst
werden sollen. Krönender Abschluss sind die letzten
beiden Pfeilerlängen. Wer möchte, nimmt ausreichend
lange Expressen mit, um diese zusammenzufassen.
Gleich rechts daneben verläuft die »Les Diables«. Sie
stammt noch aus der Zeit des klassischen Alpinismus
und führt durch eine offensichtliche Riss- und Verschneidungslinie.
Dies spiegelt sich auch in der Quantität
der Absicherung wieder, die an einigen Stellen
unbedingt mobil ergänzt werden sollte. Wenngleich die
Kletterei begeistern kann, führt sie doch an so mancher
Stelle durch eine rustikale Umgebung. Dabei ist
der Fels gut abgeklettert und ausgeputzt. Ein gewisses
Misstrauen kann allerdings nicht schaden.
Die nun folgende »Freeday« ist anhaltend schwer, steil
und ausgesetzt. Vielleicht eine der schönsten Routen
der Wand, sofern man athletische Kletterei mag. Nach
den ersten Metern nimmt die Politur deutlich ab...
Die großen alten Klassiker der Wand haben wir uns
bis zuletzt aufgehoben. Denn was diese Tourenspezies
anbelangt, sind wir mittlerweile vorsichtiger geworden.
Dennoch wurden wir nicht enttäuscht. Wenngleich
der Fels sowohl in der »Martine« als auch in der
»Surplomb Jaune« schon öfter benutzt wurde, ist die
Kletterei noch sehr ansprechend und in der »Martine«
sogar recht stimmungsvoll obligat. In der »La Rampe«
ist die Patina ebenfalls noch erträglich und die Kletterei
bis auf die letzte Länge durchaus sehr hübsch und
großgriffig. Alle klassischen Touren verlaufen durch
die »Schwachstellen« der imposanten steilen Wand
und folgen, wo immer möglich, natürlichen Linien.
Sportkletterer werden dies in manchen Risspassagen
und Verschneidungen sicher gebührend würdigen.
Entsprechend der »üblichen« Skala wurden die Routen
früher mit IV und V eingestuft...

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