Scoglio delle Metamorfosi (ca. 1.800 m)

S-Wand »Luna Nascente« VII (VI+ obl.)

Bis zur vorletzten Seillänge ist dies eigentlich eine Fünfsternetour, die sicher zu den besten im Alpenraum gezählt werden darf. Ein Feuerwerk aus Rissen und Verschneidungen. Nahezu makellos und unglaublich ästhetisch zieht die elegante Linie durch den prallen Plattenpanzer. Der Ultra-Klassiker im Mellotal schlechthin! Bis zur vorletzten Seillänge lässt sich die Route auch perfekt mit mobilen Sicherungsgeräten quasi»zupflastern«. Doch was dann folgt, ist eine Mutprobe für risikofreudige Kletterer, die es so wohl nicht allzu oft in den Alpen geben dürfte. Ein nicht absicherbarer 45 Meter langer Plattenrunout mit einer Schlüsselpassage zwischen dem zehnten und fünfzehnten Meter, verbunden mit der Option eines Faktor-2-Sturzes weit über den Stand hinaus. Und falls der Nachsteiger die Nerven verliert, darf auch er sich aufgrund des Querganges auf einen 40–60 Meter langen »Kingswing«einstellen.Somit wäre also erwähnt, dass auch der Nachsteiger zumindest die heiklen Plattenquergänge ebenso sicher bewältigen muss. Es ist eine Route für risikofreudige »Alpinis«. Nur, wer sich auf Platten extrem wohl fühlt, sollte hier einsteigen. Alle anderen können zwar noch versuchen, die Route auf Varianten zu beenden, aber das große Finale hätten sie damit verpasst. Bis zum ersten, ebenfalls schon sehr luftigen Quergang, dürfte ein Rückzug noch gut möglich sein. Danach hilft nur noch ein abgebrühtes Gemüt oder ein Stoßgebet zum Himmel.

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