La Maladière (ca. 1.100 m) SW-Wand

»Indiana jaune« VIII– (VII+ obl.)

»Vade retro satanas« VIII (VII+ obl.)

»L’arche perdue« VIII+ (VIII– obl.)

»Quis’yfrottes’ypique…«VIII–(VIII–obl.)

Vermutlich werden sich schon beim Abseilen die Lager spalten: Freunde von steiler, luftiger Kletterei werden jubilieren, dem nicht ganz so Unerschrockenen wird dagegen der Atem stocken und das Herz eine oder gleich mehrere Etagen tieferrutschen. Die beeindruckende Leere hoch über dem Arvetal wird dem weniger abgebrühten Sportkletterer harte psychische Arbeit abverlangen. Vom teilweise rustikalen Ambiente in einigen Seillängen mal ganz abgesehen. Über weite Strecken ist der Fels allerdings kompakt, und in den Tropflöcherpassagen bleiben Schuhe und Hände geradezu kleben. Für nahezu alle Routen ist eine gute Kraftausdauer erforderlich!

Die klassischste Linie der Wand ist wohl die »Indiana jaune«. Nach dem unteren, schwer zu lesenden Teil folgt die Route einer natürlichen Linie und zieht über die Rampe der braunen Wand spektakulär auf einen abgespaltenen Pfeiler. Danach verschluckt der Kaminschlund nicht allzu selten seine Schäfchen. Eine moderne Sportkletterei mit alpinem Touch. Die »Satanas« ist eine der Toprouten an der Wand. Über weite Strecken wird sie Unterarme und Bizeps begeistern. Zwischendurch verlangen einige Abschnitte aber durchaus auch eine gute Technik und Feinmotorik.

Mitten durch den beeindruckendsten Wandteil verläuft die »L’arche perdue«. Im Vergleich zu den Nachbartouren nutzt sie allerdings die schwächsten Stellen und mogelt sich an Überhängen und Dächern vorbei. Nichtsdestotrotz wirken die Umgebung und das Ambiente erdrückend! Die Kletterei ist abwechslungsreich und führt über Platten, fantastischen Tropflochfels und steiles Ausdauergelände zum Ausstieg. In einigen Passagen ist gegenüber der Felsqualität etwas Misstrauen angebracht.
Wie kommt bei 100 Metern Wandhöhe eine Tour mit 150 Metern Kletterlänge zustande? Klar, mit Quergängen! Diese gibt es reichlich in Maladière, und so kann die »Piekseltour« auch gut als Einsteigerroute empfohlen werden. Man bekommt hier einen repräsentativen Eindruck von dem, was in den schweren, längeren Routen folgt. Wer gerne »scharfe Sachen« klettert, ist hier genau richtig.

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