Wir sind einfach zu viele! Zu tausenden drängen Menschen, befeuert durch Insta & Co. zu Naturhotspots. Jeder möchte mit eigenen Augen sehen, was tausendfach in Wort und Bild veröffentlicht wird.
Alleine auf dem Hashtag #vanlife gibt es 18 Mio. Einträge. Leben statt Arbeiten oder Arbeiten, um das alles zu erleben. Das ist legitim. Das sich dabei viele schon lange nicht mehr an (ungeschriebene) gesellschaftliche Spielregeln halten, ist unübersehbar und muss eingedämmt werden. Genau, wie die Macht der Tech-Giganten, die uns dies alles eingebrockt haben.
Die Menschen vor Ort müssen handeln, um nicht überrannt zu werden. Selbstjustiz, wie kürzlich auf Sardinien, wo mit einer Schrotflinte ein Camper durchlöchert wurde, dürfte sicher kein Einzelfall bleiben.
Eine Gemeinde nach der anderen versucht mit Verboten zu retten, was noch zu retten ist. Teilweise wird mit Nachtpatroulien alles vertrieben, was auch nur annähernd nach Camping ausschaut. Quasi eine Bürgerwehr, flankiert durch eine staatlich ermächtigte Exekutive. Angesichts der erschreckenden Bilder ist das alles sogar sehr gut nachvollziehbar.
Dabei hinterlassen nicht alle Touristen nur Dreck, sondern besuchen Restaurants, kaufen ein, tanken, usw.
Es gibt keine einfachen Lösungen. Vorwiegend wird durch hohe Parkgebühren, Online-Reservierungen und weiteren Schikanen versucht, die Massen fern zu halten. Aber hat nicht jeder ein Recht auf Erholung und Zugang zur Natur? In Bayern ist dies sogar im Naturschutzgesetz festgeschrieben. Ich kann keinen Passus finden, in dem ein nächtliches Betretungsverbot geregelt ist. Aber damit müssen sich Juristen beschäftigen. Jedenfalls würde ich, wenn es dazu käme, sicher erstmal keine Strafe zahlen und die Rechtmäßigkeit durch Gerichte prüfen lassen. Wenn nötig durch alle Instanzen. Und wenn es mein letztes Geld wäre. Denn wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht. (B. Brecht/Past Leo XIII)
Warum nehmen wir alles klaglos hin? Es wäre so einfach, sich zu organisieren und Social Media zu sinnvollen Zwecken, statt zur Selbstdarstellung zu nutzen. Einfach mal am Schweizer Nationalfeiertag mit 2000 Campingmobilen zum Sanetsch hoch und klare Kante zeigen, statt sich auf Insta über Sperrungen und Diskriminierung zu mokieren.
Entscheider dieser Verordnungen zur Rede stellen. Wer diese auf "demokratische" Weise legitimiert darf sich hinterher nicht beschweren, wenn das geliefert wird, was bestellt wurde. Wir dürfen unsere Zukunft nicht weiter in die Hände von korrupten Politikern legen, die ausschließlich zum Wohle einer kleinen Elite handelt. Und das nahezu weltweit!
Schon seit vielen Jahren weise ich darauf hin. (Siehe z.B. hier) Selbst gehe ich immer wieder auf Menschen zu, die sich daneben benehmen, was nicht selten in handgreiflichen Konflikten ausartet. Eine andere Sprache verstehen jedoch viele nicht.
Dabei gäbe es Lösungsansätze, beispielweise:
- Staatliche Campingplätze in Naturparks, nach amerikanischem Vorbild, die nicht gewinnorientiert arbeiten.
- Ausgewiesene Stellplätze mit öffentlichen Toiletten, Abfallensorgung, usw.
- Naturparkranger, die auf Fehlverhalten hinweisen, mit weitreichenden Befugnissen. Dort hätten hohe Strafen ihre Berechtigung!
- Und noch eins: Wie bescheuert muss man sein und jeden noch so schönen Platz bei Übernachtungsapps eintragen? Da fehlen mir die Worte! Das einzig gute an all diesen Apps ist, dass man selbst gegenteilig handeln kann und die Ort oder Touren meidet, wo gerade mal wieder die Sau durchs Dorf getrieben wird. Aber vielleicht wollen das viele gar nicht... Der Mensch ist ja bekanntlich ein Herdentier.
Natürlich kostet das alles Geld. Aber unser Steuergeld ist hier sicher besser angelegt als die Milliardensubventionen für Tesla, Infineon, Lufthansa oder für Karstadt-Kaufhof, um nur einige zu nennen. Wer den besten Kontakt zu unseren Industrievertretern hat, sitzt eben an der Tränke und säuft. So viel sogar, dass er irgendwann in UNSEREM (Steuer-)Geld schwimmen kann. Was sind dazu im Gegensatz dazu ein paar Tausend Euro für einen schön hergerichteten Picknickplatz? Etwas für die Allgemeinheit, statt Superreiche immer noch weiter zu mästen.
Die schier unstillbare Gier wird dies zu verhindern wissen und so lange es geht irgendwie torpedieren.
Ganze Täler wurden inzwischen abgeriegelt und versucht zu "privatisieren". Erst kam der Ausverkauf der Immobilien, danach wurde dicht gemacht. Wir müssen mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten versuchen diesen unsägliche Entwicklungen Einhalt zu gebieten. Wenn wir dies nicht bald auf friedliche Weise erreichen, dann Gute Nacht!
Volker Roth im Sommer 2026
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