"Eine gute Kopie ehrt das Original",
so eine chinesische Devise, welche sich inzwischen auch rotzfreche Europäer mehr und mehr zu eigenen machen.
Von Anfang an haben "findige" Bergwichtel gerne unsere Topos als Vorlage genutzt um ihre Bücher, Webseiten und Magazine, sagen wir mal, etwas aufzupeppen. Teilweise wurden ganze Artikel von uns ungeniert als Grundlage verwendet.
Nicht selten musste ich mit einer Abmahnung drohen, in zwei Fällen, ob ihrer Uneinsichtigkeit sogar Rechtsanwälte bemühen.
Manches war an Dreistigkeit kaum zu überbieten, anderes einfach nur aufgrund Unwissenheit und Dummheit. Aber auch das schützt vor Strafe nicht! Wer nicht lernen will, muss fühlen, sagten unsere Eltern früher.
| Schon 2010 war dies ein Thema in unserem zweiten Band.
Ganz bewusst habe ich immer wieder unverkennbare Begriffe in unsere Topos und Beschreibungen einfließen lassen. Sie ermöglichten mir eine präzise Zuordnung, wer mit welchem Topo unterwegs war. Einige nutzten diese wie selbstverständlich. So zum Beispiel den "Holzkeilriss" am Salbit-Westgrat, den Wuzelkamin in der Cassin am Badile, oder wie jüngst die inzwischen "berühmte" Yin-Yang-Schuppe am Sergent im Orcotal.
Google doch mal spaßhalber nach diesen Begriffen in Zusammenhang mit dem Tourennamen oder Berg.
Anfangs war das alles noch ganz amüsant zu beobachten. Doch inzwischen denken anscheindend viele, das Internet ist ein rechtsfreier Raum. Ganz ungeniert werden diese Begriffe, ganze Beschreibungen und leicht "veränderte" Topos einfach mal eben auf Blogs eingestellt, als wäre es ihr geistiges Eigentum. Sie nutzen diese Begriffe oder gleich ganze Textpassagen aber haben nicht einmal den Anstand die Quelle zu erwähnen.
Dazu noch die abgezeichneten Topos. Jeder hat seinen ganz eigenen Zeichenstil. Man merkt sofort ob etwas kopiert wurde oder aus der eigenen "Feder" stammt.
Was ist ein Urheberrecht? Gilt doch nur für die anderen...
Die Krönung kommt dann ganz zum Schluss, wo man noch um eine Spende bittet, dass diese "Arbeit" weitergehen kann. Diese Leute wissen nicht einmal was das Wort Arbeit bedeutet. Das es Investitionen bedarf und viel Zeit um all das zusammenstellen, was dort in wenigen Minuten einfach mal so hingerotzt und abkopiert wird.
Meist sind wir mit kargen Wortbeschreibungen losgezogen, womit heute die meisten nicht einmal den Einstieg, geschweige denn durch die Tour finden würden. Smartphones oder GPS gab es noch lange nicht. Was für ein Glücksfall für uns, ohne all das leben zu dürfen. Heute fragen sich vermutlich viele, wie das überhaupt ging? Wie konnte man ohne Handy und Social Media überhaupt existieren? Ohne den Wegweiser der netten Dame vom Gockel.
Inzwischen geht die Dreistigkeit sogar soweit, dass unsere Bücher oder vermutlich meist zusammengeglaubte Kopien nur allzu gern verwendet werden, weil sie eben im Gegensatz zu anderen sehr genau und penibel recherchiert wurden, nur um am Ende auf den lokalen Führer oder einen kostenlosen Blog oder eine Webseite hinzuweisen, wo es das alles kostenlos gibt. Geiz war schon immer Geil! Warum gute Informationen ihr Geld wert sind merkt man oft erst in der Tour, manchmal schon am Zustieg..
Welch geistes Kind müssen diese Menschen sein? Über kurz oder lang wird es all das nicht mehr geben. Wer soll sich noch die Arbeit und Mühe machen um für "mountain4nothing" zu arbeiten? Würdest du ohne Lohn für caritative Zwecke arbeiten gehen? Wohl kaum!
Das alles ist nur eine der vielen nüchternen Bestandsaufnahmen, wie sich unsere Gesellschaft "weiterentwickelt" hat. Dazu kommt noch das Anarcho-Verhalten vieler Camper. Völlig überforderte und planlose Kletterer in unzähligen Routen. Die von youtube, facebook und tiktok erzogene Spaßgesellschaft kennt kein übermorgen. Wir leben heute, so wie es uns gefällt. Ohne jegliche Rücksicht auf andere Mitmenschen. Ellbogen raus und durch! Und je mehr Geld dabei im Spiel ist, desto schlimmer werden die Auswüchse. Bis sie am Ende des Tages mit großen Augen aufwachen und sagen: So hätten wir das nicht gewollt".
Falls sich jemand wiedererkennt, kann das natürlich nur reiner Zufall sein!
„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, das man Geld nicht essen kann."
Volker Roth
topoguide.de
Angesichts verschiedener Vorkommnisse und der katastrophalen Entwicklung unserer Gesellschaft musste das jetzt einfach mal raus!
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