Der Perryriss am Daxenstein - ein Ultraklassiker aus dem Jahre 1913
Wer diesen und andere Klassiker wiederholt, begibt sich auf eine Zeitreise durch die Klettergeschichte.
Was mit der damaligen Ausrüstung geklettert wurde erreicht in vielen Fällen nach heutigen Maßstäben locker den siebten Grad. In den Führerwerken würde ich mir viel mehr Informationen über das "WIE" der damaligen Begehungen wünschen. Und nicht nur irgendeine tiefgestapelte Bewertung, ohne Kommentar.
Doch was damals und auch heute noch zählt, ist die Linie und Lösung der Kletterherausforderung.
Nicht selten wurden schwere Stellen mit einer "Baustelle" überwunden. Doch auch danach muss, wie im Perryriss noch ordentlich "geklemmt" werden. Was für Oliver Perry-Smith, als amerikanischen Rissspezialisten, vermutlich weniger ein Problem war, wird heute für sportkletternde Elbsandsteinnovizen zur schier "unlösbaren" Aufgabe. Wer neugierig ist kann sich natürlich auch vom Gipfel über die Route abseilen und hochsichern lassen. In sächsichen Kletterkreisen natürlich grob unsportlich und verpöhnt!
Zuweilen kann man sich damit eine ordentliche "Abreibung" einfangen und wie in meinen Fall vor vielen Jahren zu tätlichen Anfgriffen mit lokalen Gralswächtern führen. Leider ging der Artikel "Himmelfahrtskommando" im Webnirvana verloren...
Aber warum soll Geschichte nur für Kletterer erlebbar sein, die bereit sind ihre Gesundheit zu riskieren, genau wie schon vor über 100 Jahren? Der Respekt wird sicher ungleich größer, wenn man solche Routen nicht nur von unten betrachtet, sondern "erleben" darf.
Nur wenige Schritte weiter kann mit der Bruchholzkante ein ähnliches Kaliber "nachvollzogen" werden.
An den hohen Wänden wird dies schon schwieriger. Aber nicht unmöglich.
Klassiker, wie den Wiesner-Riss am Frienstein oder allen voran der Schusterweg auf den Falkenstein. Der Gühnekamin an den Gänsen. Fast alle Wege von Karl-Heinz-Gonda oder Rudolf Fehrmann (da war doch noch etwas, was man von diesen aus den Alpen kennt....?). Später folgten dann Hasse-Brandler und natürlich Bernd Arnold diesen "Vorbildern".
Klettern im Elbsandstein ist in erster Linie ein Erlebnis. Ein "Spaziergang" durch ein alpines Freilichtmuseum. Klettertechnisch genau wie landschaftlich ein absolutes Highlight. Die Schwierigkeiten spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Die Herausforderung ist es, die zu einer tiefen Zufriedenheit führt.
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