Viele, vorwiegend ältere Kletterer kennen die Geschichte der Kalchreuther Festspiele, wo sich am Abend des 30. November 2002 die anwesende Mehrheit gegen eine sanfte Modernisierung des Klettersports im Frankenjura entschieden hat. (Nachzulesen auf der IG-Seite oder bei google) Geschickt hat der damalige und heute immer noch amtierende Vorstand der IG-Klettern (Dr. Jürgen Kollert) seine Gefolgschaft auf Linie gebracht. Viele konnten sich vermutlich kaum vorstellen was dies wirklich bedeutete. Bis zum heutigen Tag hat sich dadurch kaum etwas verändert. Im Gegenteil! Viele meiner Vorschläge wären nötiger denn je.
- Ein verpflichtender Bohrkurs für Erschließer und Sanierer.
- Lenkung und bessere Verteilung der Kletterströme durch sinnvolle Absicherung und Sanierungen, insbesondere von deplatzierten, verbohrten Haken, um Grounder oder Bodenstürze zu verhindern.
- Ein zurückdrehen der überbordenden Sperrungen. (Anfangs waren es 20-30, heute sind es bald 150!!)
- Kapitalbildene Maßnahmen zur Finanzierung von Sanierungen und zum Erhalt der Strukturen.
- Felspatenschaften für einen jährlichen "check-up".
- Zone 2 aus dem Zonierungskonzept streichen. Entweder darf man an einem Felsen klettern oder nicht.
- Der Fels ist ein "Allgemeingut" und nicht das Eigentum eines Erstbegehers. Er kann und darf nicht auf ewig die Rechte daran behalten.
Um nur einige zu nennen...
Ihr alle habt es selbst in der Hand, ob wir morgen noch im Frankenjura klettern können und wie sicher das alles sein soll.
Wie oft wurden wir von den "Größen" des hiesigen Klettersports bis weit unter die Gürtellinie dafür diffamiert.
Bleibt doch in der Kletterhalle! Damals und auch heute noch besuche ich kaum eine. Ich hätte sie gerne mal auf eine "richtig" brüchige Alpinklettertour oder ins Elbsandstein mitgenommen, nachdem sie schon den Wiesentfels oder Frankenzirkus als edelsten Karwendelbruch bezeichneten und selbst ihre eigenen Touren nur mit verlängerten Schlingen vorsteigen oder von oben abseilen und ein Toprope installieren. "Wie man so etwas nur einbohren kann!?"
Eine Ironie des Schicksals, dass sich Bernhard Thum, dem Vernehmen nach, in seiner eigenen katastrophal abgesicherten Route bei einem Sturz die Knochen geschrottet hat, während er unsere nach kürzester Zeit extrem beliebte Neue Heimat als "Warmduschers Neue Heimat" in seinem Führer bezeichnet hat. Einsicht? Niemals!
Am Wolfstein war im Gipfelbuch der "Felsinhaber" zu lesen: "So hätten wir das nicht eingebohrt". Und genau deshalb haben wir es ja so gemacht. Er wurde leider ein Opfer seines "Erfolgs". Warum? Weil es nur wenige Felsen für Einsteiger gibt. Und genau an diesen konzentrieren sich nun die Massen, mit all den bekannten Problemen, die Sperrungen nach sich ziehen müssen, weil sich viele nicht an gesellschaftliche Spielregeln halten.
Lange glaubten sie mit schlechtester Absicherung die Leute fern zu halten. Das Kühloch ist ironischer Weise das beste Beispiel das es anders kam.
Nicht selten wurden Schlingen entfernt und vielleicht sogar Haken gelockert. Sie denken das sie mir schaden. Wie dumm kann ein ideologisch verbohrter Mensch nur sein?
Der zweite Führerautor Sebastian Schwertner kritisierte uns lautstark, weil wir für einmal Expansionsanker in unserer "Ultima via" verwendeten, von den der vorletzte von 110 mm Einbindetiefe nur 100 mm im Fels steckt, ich nicht nochmal bohren konnte, weil der Akku leer war und es bei weitem ausreicht, also keine Gefahr darstellt. Ja, die verzinkten haben dort eigentlich nichts verloren und müssen irgendwann durch Edelstahl ersetzt werden. Wer sich die Arbeit machen möchte, sehr gerne! Ich kann leider nicht mehr helfen. Es ist nicht MEIN Fels! Es ist das "Eigentum" aller, was die wenigesten verstehen oder durchdenken.
Die Liste ließe sich fortsetzen...
Die Begehungszahlen an den nach kurzer Zeit fühlbar beliebten, von uns eingebohrten Felsen sprechen eine ganz andere Sprache.
Die zahlreichen Kommentare, für die ich euch an dieser Stelle danken möchte ebenfalls.
Genießt die Zeit, so lange ihr noch klettern könnt! Seid achtsam und geht mit Rückgrat auf alle zu, die sich, in welcher Form auch immer, nicht gesellschaftskonform verhalten.
Eigentlich hätte ich längst meinen Frieden damit machen sollen. Doch wer nicht kämpft hat schon verloren. Und JA-Sager und Abnicker haben wir leider viel zu viele in unserer Gesellschaft. Auf diese Weise wird sich NIEMALS etwas ändern.
Volker Roth, im Frankenzirkus 2026
Nachtrag Mai 2026
Die jüngsten Entwicklungen wie zum Beispiel am Gernerfels in Gössweinstein repräsentieren unsere total fehlgeleitete "Party-people-Gesellschaft" in perfekter Form. Genau wie an der Hartensteiner Wand, dem Freudenhaus, Allersdorf und vielen mehr. Dazu noch die Busübernachter, die nicht das geringste Feingefühl für ein Miteinander haben. Usw...
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