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Leonidio & Kyparissi - neuer Kletterführer von Aris Theodoropoulos

 

Als ich vor vielen Jahren das erste mal den Kletterführer für Kalymnos von Aris Theodoropoulos in Händen hielt, dachte ich mir, so muss ein Sportkletterführer ausschauen. Die enthaltenen Informationen und fantastischen Fotos sorgten für entsprechende Vorfreude, halfen beim vorausgustieren und planen eines unvergesslichen Aufenthaltes, an den ich mich noch gerne zurückerinnere.

 

 

 

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2021. Neue Gebiete entstanden und so wurde es höchste Zeit für ein umfassendes Werk über eines der größten Sportklettergebiete in Europa. Raketenartig entwickelten sich Leonidio und Kyparissi zu einer Top-Destionation der Kletterszene. Sowohl auf Hard- als auch Softmover, Einsteiger und Freunde von gut gesicherter Mehrseillängenrouten wartet eine Routenauswahl, die ganz locker für einige Urlaube reicht.

 

 

Routenvielfalt

 

Mehr als 80 Sektoren mit über 2500 Routen warten darauf, beklettert zu werden. Darunter auch einige Weltklasserouten, die im Führer mit einer „Best“-Note versehen sind. Denn wer möchte schon Holzklasse klettern, wenn man First-class haben kann. Über so ein Routenrating kann man natürlich geteilter Meinung sein. Dem Nutzer werden auf diese Weise die Filetstücke mundgerecht serviert, während sie dadurch natürlich unter ihrem Erfolg entsprechend leiden. Glücklicherweise ist eine genauso schöne Route oft nur ein paar Schritte weiter und deutlich weniger frequentiert. Schönheit liegt ja bekanntermaßen im Auge des Betrachters.

 

 

 

Bewertungen

 

Bei den Bewertungen liegt es wie schon seit Anbeginn des Kletterns in der Natur der Sache, dass diese abendfüllend und herzhaft diskutiert werden können. Eigentlich sollte es selbstredend sein, dass diese nur als Anhaltspunkt zu verstehen sind. Zumindest ist dies meine Meinung. Abweichendes, Ergänzendes und Zusatzinfos findet ihr wie immer in meinen Sektoren- und Routenlisten im topoguide-Magazin.

 

 

GPS-Daten, Fotos und Besonderheiten

 

Mit den GPS-Daten sollte jeder auch ohne Bildenhund, dafür mit Smartphone den Sektor finden. Tolle Kletterfotos machen Appetit auf mehr.

 

Darüber hinaus bekommt der Nutzer zu jeder Route ein paar charakterisierende, einleitende Worte oder Besonderheiten mit auf den Weg.

 

 

 

Fototopos

 

Eine Anmerkung zu den tollen Fototopos, die sich inzwischen als Standard etabliert haben. So lange die Routennamen angeschrieben stehen, dienen die Übersichtsfotos ja eigentlich nur als grobe Orientierung und animieren zu einem Besuch oder auch nicht. Fehlen die am Fels angeschriebenen Namen wird es schon schwieriger. Jedenfall können dadurch nun Führer wesentlich schneller und kostengünstiger erstellt werden, als dies früher mit handgezeichneten Topos der Fall war.

 

Ansprechend und aussagekräftig sind sie auf jeden Fall und vermitteln einen ersten Eindruck.

 

 

 

Persönliche Anmerkungen

 

Für mich jedenfalls lassen die Führer von Aris keine Wünsche offen. Erhältlich sind sie in vielen Einkaufsläden von Leonidio und über die Homepage von https://climbgreece.com/leonidio-kyparissi-guidebook/

Für alle am „Projekt“ Leonidio Beteiligten wäre es schön, wenn das Geld dort verbleibt.

 

 

Abschließend noch ein paar Gedanken zu den beiden Erschließergruppen. Wie immer in solchen Fällen schlagen oder votieren viele in solchen Fällen für die eine oder andere Seite, ohne wirklich Internas oder Fakten zu kennen. Vieles wird gemutmaßt oder interpretiert. Und natürlich wäre es hilfreicher, wenn alle an einem Strang ziehen und zusammenarbeiten würden. Aber diese Gespräche sind wohl endgültig gescheitert. Einige Gründe liegen vielleicht in der deutschen Denkweise, die man so nicht auf andere Länder übertragen kann. Jedes Land hat seine Eigenheiten und Kultur. Und die sind glücklicherweise sehr verschieden. Nicht zuletzt sind dies ja auch die Gründe, warum wir so gerne in den Süden verreisen. Die Herzlichkeit der Menschen, die Sonne oder auch die kulinarische Vielfalt lassen unsere Herzen höher schlagen. Dafür braucht es keine deutsche Kolonialisierung. Ganz im Gegenteil! Sie würde sehr viel von alldem zerstören und vereinheitlichen, was wir so lieben und weshalb wir hierher kommen. Ich möchte kein deutsches Bier, wenn ich in Griechenland bin. Keine Aldi Einkaufstüten und auch keine weit abgesicherten, dadurch gefährlichen und unterbewerteten Harakiritouren. Der Helikopter wartet hier nicht auf seinen Einsatz um die Ecke, wie bei uns oder in den perfekt organisierten Schweizer Alpen. Nur mal so zum Nachdenken...

 

 

 

 

Resumée und Bitte

 

Es sind die gastfreundlichen Menschen, die euch zu einem Besuch einladen. Der hier vorgestellte Führer ist nur ein Teil davon. Begegnet ihnen mit dem gleichen Respekt, wie sie ihn dir entgegenbringen. Öffnet mit einem Lächeln und einer freundlichen Geste ihre Herzen, so wie sie deins höher schlagen lassen. Und bringt ein Stück Sonne und viele tolle Erlebnisse mit nach Hause.

 

 

 

Sonnige Grüße aus Leonidio

 

topoguide.de

 

Volker Roth

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