Verhauer Dolomiten
Ultimo Spirito NW-Wand (Ampezzaner) “Le nostre donne” Zwischen dem ersten und zweiten Bohrhaken gibt es keine Absichermöglichkeit, wenige Griffe
und eine perfekte Groundermöglichkeit. Die Schwierigkeiten dürften untertrieben sein. Außerdem ist die Tour nicht leicht zu lokalisieren, da es dort inzwischen eine stattliche Routenanzahl gibt (auch Klettergarten). Namen stehen
nicht angeschrieben. Wir haben darauf verzichtet. Col dei Bos O-Wand (Ampezzaner) “Via Francesca” Paolo da Pozzo hat wieder zugeschlagen: Die Bohrhakenabstände sind noch weiter als in seiner Route an der Punta Dimai, und die Schwierigkeiten sind um mind. einen ganzen Grad
untertrieben. Die erste Länge ist zum Beispiel statt IV stolze VI+ und die zweite Länge statt VII etwa VIII bei BH-Abständen von bis zu 8 Metern. Casteletto SW-Wand (Ampezzaner) “GuGu” Die erste Seillänge sieht schon grausig und kaum absicherbar aus.
Es ist anscheinend kaum fixes Material vorhanden. Wir sind daher gleich zur nächsten Route weitergezogen.
Lastoni di Formin (Ampezzaner) “Priolo/Zeper” Das die Bewertung in allen Führern um einen ganzen Grad zu niedrig ist, verwundert ja wahrscheinlich
schon niemanden mehr. Als Zusatzinfo sei noch angemerkt, daß die zweite Seillänge nach Regenperioden einem Wasserfall gleicht und auch nur schlecht abzusichern ist. Die Absicherbarkeit muss somit als mäßig eingestuft werden, die
Felsqualität ist allerdings super! Torre Trieste (Civetta) “Carlesso” und “Cassin”-Einstiege: Die ersten beiden Seillängen sind schon schlecht sicherbar und ziemlich brüchig. Auf den Weiterweg haben wir verzichtet. Hübscher Biwakplatz direkt auf dem Einstiegsband.
Campanile Basso (Brenta) “Grafferkante”: Die Wortbeschreibung, mit der wir
losgezogen sind, war zum Heulen. Die ersten drei Seillängen sind nicht eingerichtet, und nur mit Spürsinn findet man die richtige Fährte. Die Felsqualität ist maximal mäßig / gut. (Nicole & Volker)
Torre Gilberti (Brenta) “Il Volo dell’Aquila” Schon am Einstieg wird klar, dass die Tour wegen des kompakten Gesteins zwingend mit Hammer und Haken
abgesichert werden muss und die Schwierigkeitsangaben vermutlich untertrieben sind. Stürze würden hier wohl direkt in den Rollstuhl führen.
Achtung bei Dolomiten- und Sarcataltouren von Edy Boldrin & Gef. - hier lauert Gefahr. Die Touren sind zwar oft mit Bohrhaken ausgerüstet, doch
können zwischen den weiten Abständen kaum verlässliche Zwischensicherungen angebracht werden. Die einfacheren Passagen sind zudem teils sehr brüchig und überhaupt nicht abgesichert. Flüge würden oft auf darunter liegenden Bändern
bzw. im Rollstuhl enden. Punta di Lastei (Pordoi) “La Banda degli Onesti”: Der katastrophale Bruchhaufen in der zweiten und dritten Seillänge veranlasste uns zum frühen Rückzug. Darüber sieht es auch nicht viel besser aus. Ob die Bohrhaken in verlässlichem
Gestein stecken, vermochten wir nicht zu beurteilen. Jedenfalls sind sie reine Geldverschwendung. Sas da Ciampac (Puez) ”Classico è bello”
: Brüchiges unabgeklettertes Gestein, noch dazu schlecht abzusichern.
Castei-Türme, Torre Zanlucchi (Brenta) “Via del Rifugio Agostini”: Freudig präsentierte uns der Hüttenwirt den direkten Einstieg als Ergänzung zur
bereits bestehenden Tour. Nach der ersten Seilzuglänge in feuchtem Bruch und dem Weiterweg durch eine Geröllrinne beschlossen wir nach der ersten Seillänge über dem Band den Rückzug. Denn die Abseilstellen halten vermutlich auch
nicht bis in alle Ewigkeit... Bei den Veröffentlichungen im Hüttenbuch sind größte Vorsicht und ein gesundes Misstrauen angebracht!
Langkofel “Via Tania”: Dass die Tour nahezu clean ist, war klar. Aber ob sie “meist über guten Fels verläuft”, ist eine Definitionssache. Wir haben
jedenfalls nach dem Vorbau und den ersten Seillängen den Weiterweg verweigert. Die anschließenden gelben Risse im unteren Teil sehen auch nicht gerade einladend aus. Ein komplettes Sortiment Haken, viel Gottvertrauen und ein
abgebrühtes alpinistisches Gemüt sind nötig, möchte man diese Abenteuerroute auf dem Originalweg beenden. Einsamkeit ist garantiert! (Volker und Nicole) Pale di San Martino “Pilastro Girasole”: Man gelangt relativ
unproblematisch zu einer Verschneidung, die vermutlich auch der richtige Einstieg ist. Jedoch stimmt weder die Bewertungsangabe noch die Felsqualität, die mit 4 Sternen angegeben wurde. Wir haben es auch weiter rechts und links
probiert, leider erfolglos. Alles ist unglaublich brüchig und deutlich schwerer als angegeben. Die Sportklettertouren in der Nähe der Seilbahn sind nicht 200 m lang sondern z.T. schlappe 50 Hm. Welche Enttäuschung! Vermutlich sollte damit die neue Rosetta-Seilbahn finanziert werden. Für die
“Solleder” am Sass Maor wurden für die Felsqualität 4 Sterne vergeben.
In Realiät ist der Fels an vielen Stellen nur mäßig. Wie sehen dann wohl die Touren mit nur 2 Sternen Felsqualität aus?
Langkofel, “Pilastro Giorgio”: Eigentlich eine beeindruckende Linie. Leider wurde bisher verschwiegen, dass in der Schlüsselseillänge, einem sehr
splittrigen Überhang, keine Haken stecken und auch aufgrund des brüchigen Gesteins keine angebracht werden können. Ergo Rückzug, da lebensgefährlich! Auch der Einstieg ist kaum zu finden. Wir haben zu dritt eine Stunde gesucht!
Pala, Cima Wilma “Via Testa o Croce”:
Diese Tour wurde uns von Silvio Campangola persönlich empfohlen. Wir stiegen mit zwei weiteren italienischen Seilschaften ein und haben uns fast gegenseitig erschlagen. Leider wurde auch ein Seil stark beschädigt. Wir konnten
nur mit äußerster Vorsicht gemeinsam abseilen. Für denjenigen, der es trotzdem versuchen möchte gibt's hier unser Topo.An der Cima dei Lastei haben wir kaum den Einstieg der “Perla Nera” gefunden,
und auch in der Tour ist guter Spürsinn gefragt, denn in zwei Topos wurde oft links mit rechts verwechselt. Da außerdem wenig Material steckt, kann man fast überall klettern ohne zu wissen ob man auf der richtigen Spur ist.
Nichtsdestotrotz eine Traumtour!Das hübsche Bivacco Minazio als einziger Ausgangspunkt für die Touren wird wohl demnächst stark leiden. Wer jedoch mit etwas Abenteuerlust und entsprechender Erfahrung an Werktagen in aller Stille
neue Touren klettern möchte, kann sich mit den Tourenvorschlägen des Campagnola-Führers sicher noch einige Zweit- und Drittbegehungen sichern.
Marmolada S-Wand “Vinatzer-Messner”, Wen wundert´s, dass ausgerechnet eine der ganz
großen Dolomitentouren in vielen Führern exakt die gleichen, untertriebenen Bewertungen enthalten sind? Im übrigen sollte man sich nicht nur als “Genusskletterer” etwas beeilen, um die Zeitangabe von 8 Stunden zu schaffen...
Aufgrund der vielen falschen Angaben finden wir es regelrecht fahrlässig, die Tour in einem Genusskletterführer überhaupt zu erwähnen!
Umso verwunderlicher, dass die Autoren behaupten, alle Touren selbst geklettert zu haben... Eine ausführliche Beschreibung findet ihr hier. (Volker und Nicole) Östl. Turm der Meisules dala Biesces, N-Wand “Brunsin” Hier fehlt gleich in vier Führern
erstaunlich übereinstimmend die drittletzte Seillänge... Hat eigentlich schon mal ein Führerautor die Tour geklettert? Für alle Interessenten gibt´s hier dreißig zusätzliche Klettermeter. (Volker und Nicole) 3. Sellaturm, W-Wand “Vinatzer” Der
Einstieg befindet sich viel weiter links unten als in diversen Bildern und Topos eingezeichnet. (Volker und Nicole) Brenta Alta, NO-Wand “Detassis” Bis heute wurde keine eindeutige Routenbeschreibung verfasst. Mittlerweile gibt es nach
der 8. Seillänge unzählige Verhauer. Wir sind ebenfalls auf einer der vielen Varianten ausgestiegen und können leider auch keine vernüftige Beschreibung liefern.
(Volker und Nicole) Punta Fiames, S-Wand “Via Paolo Rodela”: ”Die Führe ist
geradezu perfekt mit Haken versehen” - dies ließ sich für uns angesichts der wenigen rostigen Haken (Ausnahme: das Dach) nicht ganz nachempfinden. (Volker und Nicole)
Spalti di Col Becchei, S-Wand “Via Thriller”: “Die optimale, enge Behakung mit Spit” gibt
es allenfalls am Einstieg, denn dort steckt der erste und gleichzeitig letzte Bohrhaken der Tour! Am Abstieg keinesfalls wie beschrieben 2x 50m und 1x 25m abseilen, sonst hängt man am Ende der ersten Abseillänge über einem Dach
im Freien! Vom Band seilt man 1x 25m ab, und danach jeweils 40-50m Seillängen zurück zum Einstieg. (Volker und Nicole) Col dei Bos (Falzarego), S-Wand “Via Ada”: Kein Kommentar.
(Volker und Nicole)
Scalet delle Masenade (Moiazza), S-Wand “Via Col Vento”, “Sacrilegio”, “Via Dorotei-Conti”: Die Einstiege zu den Touren sind eventuell noch zu lokalisieren. Danach
stehen Quasi-Erstbegehungen nach Wahl auf dem Programm. (Volker und Nicole)
Croda Spiza (Moiazza), S-Wand “Gran Diedro”: Bruchabenteuer. (Volker und Nicole) Pala del Bò (Moiazza), S-Wand: Alle drei Touren sind hässliche Grasschrofen, besser nicht probieren.
(Volker und Nicole) Cima Canali-Südwand “Detassis” Auf der Suche nach guten klassischen Touren erlebten wir einmal mehr schon beim Zustieg eine herbe Enttäuschung. Das Couloir zur Forcella Sedole ist enorm steinschlaggefährlich, und
die letzten Meter sind ohne “Allrad” fast nicht möglich. Bis dahin sind schon stramme 2.30 Std. nötig. Den Rest haben wir uns erspart. Wanderer, die diesen Übergang nutzen möchten, sind somit auch gewarnt, und wenn Leute am
Hüttenzustieg zur Pradidalihütte unterwegs sind, wirds für diese lebensgefährlich. Besser nicht probieren! (Volker und Nicole) |