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Der Reissend Nollen ist sicher die beeindruckendste Wand in den Wenden mit 500 Metern makellosem, bombenfestem
Kalk. Als Belohnung für die unteren Fitzelplatten gibt es oben dann steile griffige Kletterei.Nachdem Kaspar Ochsner sich allein aufmachte, um diese Route einzurichten, sind die Bohrhakenabstände zumindest in den
schwierigeren Seillängen und wo nichts mit Friends zu machen ist deutlich kürzer als in den anderen Routen. Nichtsdestotrotz ist bei fast 2 Metern Körpergröße und der Armspannweite eines Albatros das Wort „nahe“ als relativ zu
betrachten. Aufgrund eines plötzlichen Zwergentodes in der vierten Seillänge mussten wir frühzeitig den Rückzug antreten. Bis dahin sind eine Zustiegslänge im IV. Grad (clean) und zwei herrliche Wasserrillenseillängen, die gut mit
Friends bis Gr. 3 abgesichert werden können, zu überwinden. Danach, und das gilt eigentlich für fast alle Wendentouren, ist eine Mindestkörpergröße von 1,75–1,80 m nötig, damit die angegebenen Bewertungen annähernd hinkommen.
Es geht natürlich auch für kleinere Kletterer, aber dann bei weitem nicht zu den angegebenen Graden. Da kann eine 6c schnell mal zur 7b werden. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass vor allem die „6b’s“ nur unter
Zuhilfenahme der Bohrhaken auch 6b sind. Frei geklettert sind die Seillängen meist deutlich schwieriger. Darüber hinaus ist die Kletterei für Gebietsfremde nicht leicht zu lesen, und der Kletterfluss gerät hier und da schon mal ins
stocken. Wo die Bohrhaken dann noch sehr dicht beieinander stecken, ist es keine Frage, wie die Stelle üblicherweise gelöst wird – oder? Der überwiegende Teil muss natürlich „ehrlich“ bewältigt werden. |
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