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Wer diese Prachttour wiederholen möchte und Wert auf körperliche Unversehrtheit legt, sollte neben einem hohen
Kletterniveau auch ein gut geschultes „alpines Auge“ haben und bestens mit mobilen Sicherungsgeräten umgehen können. Die erste Seillänge nach der Rampe ist gleich der Rausschmeißer – oder Schlüssel zum Tageserfolg. Sie
fordert zusätzlich zu den bereits genannten Fähigkeiten nämlich auch mentale Stärke. Am darauffolgenden Dach ist das Gestein noch etwas unabgeklettert, bevor man mit feinster Kletterei auf schwarzem Edelfels belohnt
wird. Mit zunehmender Höhe wandelt sich die Tour allerdings wie ein Chamäleon von einer Sportkletterroute zu einem Alpinklassiker, über den ein Rückzug problematisch werden würde. Denn in der Seillänge
nach dem großen Band fühlten sich anscheinend Südtiroler Steinzeitgralswächter berufen, die Bohrhakenlaschen und den Standplatz zu entfernen sowie die Bolzen einzuschlagen, damit diese auch ja nicht mehr verwendet
werden können. Bravo Jungs! Für diese Aktion gibt es sicher die goldene Traditionalistenehrennadel! Eines muss man Massimo Da Pozzo bescheinigen: Er sucht – und findet – guten Fels. Allerdings fordert er
von den Wiederholen eine ähnliche mentale Stärke und Risikobereitschaft wie bei seiner Erstbegehung, so dass auch heikelste Passagen nahezu immer obligat zu klettern sind. Ein bis zwei zusätzliche Bohrhaken,
insbesondere kurz nach den Ständen und wo Stürze auf ein Band möglich sind, würde das Verletzungspotenzial schon enorm minimieren. Angemerkt sei noch, dass die „Aspettando la vetta“ eine der zugänglichsten Touren von
ihm ist. Wer hiernach meint, Reserven zu haben, findet an den anderen Pfeilern noch deutlich anspruchsvollere Ziele. |