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Was für eine Tat! Im kohlrabenschwarzen linken
Wandteil haben die Erstbegeher eine Knallerroute hinterlassen, die wohl sehr lange ihresgleichen in den Alpen suchen muss! Ein Vergleich mit den besten Wendentouren drängt sich förmlich auf: sowohl, was die Absicherung
anbelangt, als auch die Art der teils überhängenden Kletterei – wobei letztere unserer Ansicht nach hier um Längen besser und vor allem griffiger ist. Heikle Manöver weit über den Haken, wie man sie von Wendentouren
kennt, gibt es nicht. Man hat nahezu immer einen „Henkel“ oder guten Griff, den man „zuschrauben“ kann und somit sind – bis auf wenige Ausnahmen, bei denen böse Grounder möglich wären – die weiteren Hakenabstände
durchaus noch im grünen Bereich und tolerierbar. Wer hier einsteigt, sollte, um Spaß und Sicherheitsreserven zu haben, über ein deutlich höheres Kletterniveau verfügen, als es die eigentlichen Schwierigkeiten erfordern.
Denn manche Klettergartentour endet bereits dort, wo hier der erste Haken steckt. Doch nicht allein die sportliche Absicherung ist fordernd. Nein, auch jede einzelne Seillänge ist anhaltend schwer, und an einigen
Stellen ist der perfekte Umgang mit Friends oder ein abgebrühtes Gemüt verpflichtend. Mancher wünscht sich vielleicht, dass die Erstbegeher noch einen fünften Bohrtag investiert hätten. Auch das
Seilhandling muss perfekt beherrscht werden, um sich bei den durchgehend sehr langen Seillängen nicht auch noch durch Seilzug auszubremsen. Und wer meint, einen „Achter“ klettern zu können, sollte bedenken, dass dies 10
Mal zu wiederholen ist und die Seillängen nicht nach 30 Metern zu Ende sind. Dabei wird gleich zu Beginn der Gewichtstarif durchgegeben, während nach oben hin dann die Feinabwaage folgt. Damit der Zusatzballast also am
Boden bleiben kann, haben wir uns für ein Abseilen über die Route entschieden, was fast genauso spannend war, wie das Klettern selbst. An vielen Stellen ist vorausschauendes Handeln Pflicht. Expressen sind wieder
einzuhängen, Stände anzupendeln, und der Partner ist beim „Abbauen“ zu unterstürzen. Alles in allem also eine Route, die den perfekt ausgebildeten alpinen Sportkletterer fordert. Spätestens hier hört Plaisir auf, und
alpines Sportklettern fängt an! |