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Wer denkt, im Sarcatal und in Arco gebe es kein Felspotenzial mehr und es werde allmählich langweilig, der irrt
gewaltig! Man glaubt es zwar kaum, aber das Neuland scheint hier schier unerschöpflich. Nach wie vor entdecken vor allem Diego Filippi und Roly Galvagni immer wieder tollen Fels und bohren dort perfekt gesicherte Touren
ein. Kaum jemand hat in den letzten Jahren die Erschließung der Wände im Sarcatal mehr geprägt als dieses Duo. Und sollte das Gestein doch mal etwas brüchig sein, wird geputzt und gesäubert, bis es blinkt und blitzblank
ist. Seit ein paar Jahren ist auch Heinz Grill mit einer Truppe auf Neutourenjagd, wobei diese Routen durch seinen doch eher traditionell und minimalistisch geprägten Erschließungsstil nicht mit den anderen mithalten
können. Trotzdem bemüht er sich, etwas Schönes zu hinterlassen und scheut auch aufwändige Wegebaumaßnahmen nicht. Wer ins Sarcatal fährt,
sollte sich allerdings von vornherein bewusst machen, dass er in einem südlichen Gebiet unterwegs ist, wo sich die Vegetation stärker ausbreitet als in nördlichen Gefilden. Nach wie vor ist für uns die
Mandreawand das absolute Topziel in Sachen Felsqualität. Dort scheint die Erschließung allerdings langsam ein Ende zu finden – leider! Wer es ruhiger mag, fährt an die Rupe di Santa Massenza
, und auch das Kleinod der
Muro dei Meridiani ist mehr als nur einen Besuch wert. An der Parete di San Paolo
werden die Routen dagegen schneller abgeklettert als die Erstbegeher bohren können.Darüber hinaus gibt es eine große Anzahl neuer fantastischer
Wege an nahezu allen bekannten Wänden des Tals. Ähnlich wie in anderen Gebieten werden auch hier erst durch den vermehrten Einsatz von Bohrhaken die Schätze gehoben. Im Sarcatal wird ganz deutlich, wie
groß der Hunger nach kürzeren und leichten Plaisirtouren ist. Heimatnahes Klettern, insbesondere der süddeutschen und österreichischen Kletterbevölkerung, findet eben immer öfter am Gardasee statt und nicht an den
Wänden zuhause, die leider viel zu oft durch suboptimale Absicherung glänzen. Inhaber der Sportgeschäfte, Campingplätze und Pizzerien freut es, und sie werden sich wahrscheinlich noch über Jahre hinaus
wundern, warum so viele Ausländer hierher pilgern. Dank der ostseitigen Ausrichtung der Felsen bleibt am Nachmittag genug Zeit für einen ausgiebigen Einkaufsbummel durch die Gassen von Arco. |
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