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In den letzten Jahren haben wir das Bergell zugunsten anderer Regionen etwas vernachlässigt. Einerseits, weil
wir schon die meisten Klassiker dort beschrieben haben, anderseits, weil in vielen nachweislich lohnenden Routen die Absicherung in die Jahre gekommen ist und bei weitem nicht mehr dem heutigen Stand entspricht. Ein
weiterer Grund ist die Erschließertätigkeit einzelner Locals und deren sparsamer Umgang mit Bohrhaken, in Verbindung mit teils eklatant tiefgestapelten Bewertungen und phenomenal falschen Veröffentlichungen, die das
Nachvollziehen einzelner Routen nahezu unmöglich machen. Eigentlich sollten hiermit vernachlässigte Hütten und Regionen gepuscht werden, das Gegenteil wird wahrscheinlich eintreten.Eine Renaissance erlebte
das Albignagebiet, das vom Auto aus und anschließend mit Hilfe der Seilbahn bequem zu erreichen ist. Dort wurden die alten Klassiker allesamt generalsaniert und dem Schweizer Standard angepasst. Dazu kamen noch einige
lohende Neuerschließungen. |
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Mit der Besteigung der Ago di Sciora
und unserem definitiv letzten Aufenthalt auf der Sciorahütte fand unser Drang nach klassischen Touren und Hüttenbesuchen in der Region ein jähes Ende. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Wen es interessiert, der kann dies in
unserem topoguide-Magazin detailliert nachlesen.Angesichts der vielen namhaften Touren
in der Region, werden die meist kürzeren Routen an der Punta Sfinge
anscheinend nur selten besucht. Dabei gibt es rund um das rustikale Rifugio Omio gerade für Genusskletterer eine Vielzahl gut erreichbarer Routen, und auch Abenteuerkletterer kommen keinesfalls zu kurz. Wenn auch die Kletterlänge in keinem günstigen Verhältnis zum Zustieg steht, so bietet der fabelhaft strukturierte Granit doch so manch schöne Seillänge.
Und wer möchte, kann danach mit einem Zwischenstopp an der formschönen Punta Milano in knapp drei Stunden das Rifugio Gianetti erreichen. Dort findet man wohl den schönsten Bergeller Granit, übersäht mit Löchern und
„Chickenheads“ Und es sind vor allem die kürzeren handlichen Touren, die begeistern. Ein Besuch im Val di Mello ist für uns, zumindest außerhalb der Ferienzeit, immer noch ein Highlight. Südliches Flair,
liebliche Landschaften und eine ausgelassene Stimmung verleihen dem Tal einen beschaulichen und verträumten Charakter. Wie gesagt: nur außerhalb der Ferien! Mittlerweile wurde auch der hübsch gelegene Campingplatz im
Val di Mello wieder unter anderem Namen geöffnet. |
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