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Bis zur vorletzten Seillänge ist dies eigentlich eine Fünfsternetour, die sicher zu den besten im Alpenraum
gezählt werden darf. Ein Feuerwerk von Rissen und Verschneidungen. Nahezu makellos und unglaublich ästhetisch zieht die elegante Linie durch den prallen Plattenpanzer. Es ist der Ultra-Klassiker im Mellotal schlechthin!
Bis zur vorletzten Seillänge lässt sich die Route auch perfekt mit mobilen Sicherungsgeräten quasi „zupflastern“. Doch was dann folgt, ist eine Mutprobe für risikofreudige Kletterer, die es so wohl nicht allzu oft in
den Alpen geben dürfte. Ein nicht absicherbarer 45 Meter langer Plattenrunout mit einer Schlüsselpassage zwischen dem zehnten und fünfzehnten Meter, verbunden mit der Option eines Faktor-2-Sturzes weit über den Stand
hinaus. Und falls der Nachsteiger die Nerven verliert, darf auch er sich aufgrund des Querganges auf einen 40–60 Meter langen „Kingswing“ einstellen. Somit wäre also erwähnt, dass auch der Nachsteiger zumindest die
heiklen Plattenquergänge ebenso sicher bewältigen muss. Es ist eine Route für risikofreudige „Alpinis“. Nur wer sich auf Platten extrem wohl fühlt, sollte hier einsteigen. Alle anderen können zwar noch versuchen, die
Route auf Varianten zu beenden, aber das große Finale hätten sie damit verpasst. Bis zum ersten, ebenfalls schon sehr luftigen Quergang, dürfte ein Rückzug noch gut möglich sein. Danach hilft nur noch ein abgebrühtes
Gemüt oder ein Stoßgebet zum Himmel. |