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Kletterführer Wetterstein | Tannheimer | Wilder Kaiser | Loferer

Hier geht’s zur kompletten Tourenliste.

Das Wetterstein zählt zu den bedeutendsten Kletterregionen der Nordalpen und wird auch dementsprechend frequentiert. Von alpinen Klassikern über moderne Sportklettereien bis hin zur Genusstour gibt es alles auf engstem Raum.

Vor Jahren schon wurden viele der oft wiederholten Touren vorbildlich mit Klebebohrhaken saniert. Die hier vorgestellten überzeugen vor allem durch festen und kompakten Fels, der meist auch noch erfreulich rau ist. 

Die Routen führen sehr abwechslungsreich durch Risse, über kompakte Platten oder leicht überhängende Wandstellen. Fast in jeder Tour finden sich eindrückliche Kletterpassagen, und oft merkt man erst beim Abseilen, wie steil die Kletterei eigentlich war.

Zumindest für die Touren im unteren rechten Teil der Schüsselkarspitze ist der Zugang durchs Puittal vorzuziehen.

Die Tannheimer Berge bieten sowohl für den Genusskletterer als auch für den ambitionierten Sportkletterer eine große Routendichte. Durch die flächendeckenden Sanierungen haben Rote Flüh und Hochwiesler mittlerweile Klettergartencharakter. Doch das war nicht immer so! Vehement sperrten sich Traditionalisten gegen eine Modernisierung. Es musste leider erst zu Seilschaftsabstürzen kommen, bevor sich die Vernunft durchsetzte.

Mittlerweile haben sich die Gemüter etwas beruhigt, und alles konzentriert sich wieder aufs Klettern. Gut so, denn heroische Harakiritouren gibt es im Gegensatz zu modernen, gut gesicherten Touren mehr als genug. Und eigentlich sind doch diese niedrigen Felsen eher ein Trainings- und Einsteigergebiet. Und genau das Richtige für den Saisonanfang.

Im Wilden Kaiser wurde schon früh Klettergeschichte geschrieben, denn das Gebiet war mit dem damals für Kletterer üblichen Verkehrsmittel – dem Fahrrad – gut zu erreichen.

Getrieben vom Drang, Neues zu versuchen, entwickelte Hans Dülfer den nach ihm benannten Dülfersitz. Mit Hilfe dieser Technik setzte er sich bereits 1913 an der Totenkirchl Westwand ein Denkmal. Nach wie vor wird diese Tour gerne geklettert und hat nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt. Ganz ohne technische Finessen gaben im Sommer 1977 Reinhard Karl und Helmut Kiene durch ihre Erstbegehung der „Pumprisse“ den Startschuss für den VII. Grad in den Alpen. Mit „Des Kaisers neue Kleider“ von Stefan Glowacz aus dem Jahr 1994 fand die moderne alpine Sportkletterei ihren bisherigen Höhepunkt im Kaisergebirge. Mittlerweile wird die Felsflächenrestverdichtung mit Volldampf vorangetrieben und hat einige kletternswerte Routen zu Tage gefördert. Als besonders lohnend erachten wir den „Genießersteig“ und die „First Class“ am Totenkirchl. Wenngleich die Wände beiderseits der Steinernen Rinne nicht besonders hoch sind, so lohnt doch ein Abstecher in diese herbe Gebirgslandschaft.

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