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Mit der Veröffentlichung dieser Traumtouren wird nun ein jahrelang gehütetes Geheimnis enthüllt. Ohne Übertreibung gehören diese
Filetstückchen zum Besten, was wir in den Alpen geklettert haben: Die Absicherung ist perfekt und der Edelfels ein Löchertraum, steil, griffig und ohne jeden Makel. Gut, dass die Wand durch die nordseitige Ausrichtung
nur für warme Sommertage geeignet ist, sonst würde sie sicher in kürzester Zeit dem Handschweiß zum Opfer fallen. Auch wenn der klassische Südtiroler Alpinist hierüber nur verächtlich die Nase rümpft, sind diese
Plaisirtouren ein einmaliges Erlebnis – wenn auch nur mit Klettergartencharakter. Als Einsteigertouren empfehlen wir die „Orwell“ und „Blade Runner“ während die „Legoland“ und „Hall 9000“ etwas weitere
Hakenabstände haben und letztere in den Ausstiegslängen sogar alpin angehaucht ist. Die „De Profundis“ ist im Vergleich zu den anderen Routen nicht ganz so rassig und imposant, aber es soll ja auch
Klettergenossen geben, die über etwas weniger Leere unter den Füßen nicht traurig sind. Felsqualität und Absicherung lassen jedenfalls auch hier keine Wünsche offen. Nachdem wir alle sechs Touren geklettert
hatten, mussten wir allerdings feststellen: Für Alpineinsteiger und für den kleinen Hunger zwischendurch ist diese Art der Routen ideal, letztlich hat uns jedoch gerade die „Hall 9000“ wieder Appetit auf alpines
Ambiente gemacht. Die Wand wird umrahmt von einem sensiblen Dolomitenidyll, und wir haben lange überlegt, ob wir diese Routen in unseren Auswahlführer aufnehmen. Die Art der Absicherung, verbunden mit dem
kurzem Zugang und den homogenen Schwierigkeitsgraden – die mittlerweile viele klettern –, bewirkt ja leider oft, dass die Landschaft in Mitleidenschaft gezogen wird. Darum die ganz große Bitte, die Umgebung so zu
schonen, dass auch nachfolgende Seilschaften noch den gleichen Spaß haben können. |